Warum ich manchmal glücklich über Spoiler bin, und wie mich das in den Augen anderer zu einer Verrückten macht #spoilerliebe

Ines Caranaubahx | 06 September 2017
Viele von uns kennen es; wir haben in Buch im Blick das wir vielleicht sogar schon auf dem SuB haben, auf das wir uns extrem freuen und dann; SPOILER.

Dieses Wort ist in den meisten Köpfen fettgeschrieben, rot bemalt und mit extrem vielen Ausrufezeichen versehen, weil Satzzeichen nunmal gerne Rudeltiere spielen. Die Augen werden abgewendet, es wird schnell weitergescrollt und man vergisst auch nur jedes Fitzelchen das man im Augenwinkel erhascht haben könnte.

Wisst ihr was? Auch ich mache das. Ich hasse es zum Beispiel bis auf den Boden der Tatsachen, wenn mir jemand etwas auf der neusten Folge Game of Thrones spoilert, betrete nicht das verseuchte Gebiet namens Social Media und halte mich aus Unterhaltungen fern, bis ich innerhalb von ein paar Stunden auf dem neusten Stand bin.

Das kann man natürlich nicht immer machen, denn man erwartet ja auch nicht das einem der Spoiler einfach ohne Warnung ins Auge gedrückt wird. Einfach so - TZACK weiß man Dinge, die man selbst erfahren wollte; alleine, vor dem Laptop mit einer Tafel Schokolade oder einen großen Familienpizza für einen alleine. Oder beides.
Naja, oder eben Fingernägelkauend und verzweifelt, während das Buch auf dem Schoß liegt das langsam immer weniger und weniger Seiten bekommt, auf die Wörter gerdruckt sind.

Und das ist scheiße, richtig? Oder nicht?

Nope.
Nope?
Nope.

Spoiler sind teilweise echt scheiße, besonders dann, wenn man sie nicht hören wollte. Wenn sie einem aufgezwungen werden. Wenn sie überraschend und ohne Vorwarnung kommen. Und ja, das ist scheiße. Naja... meistens.

Vor Jahren wäre ich wohl noch völlig ausgeflippt wenn ich einen Spoiler gelesen habe - und jaaaa, das tue ich teilweise immer noch. Bin mit einem Bein also im "FUCK, ICH WURDE GESPOILERT"-Club und mit dem anderen in der "YAY, ICH WURDE GESPOILERT"-Sekte.

Aber komischerweise... bin ich manchmal richtig dankbar dafür. Ich war immer total dagegen, ich wollte kein Wort wissen. Kein Sterbenswörtchen wollte ich von einem Buch wissen, das ich noch nicht selbst gelesen habe.

Die kleine Wandlung ergab sich, als "Die Bestimmung" so im Hype war und alle, wirklich alle, in ihre Rezension zum dritten Teil schrieben: Oh mein Gott, das Ende ist so traurig, voll krass, etc.

Vielleicht komme ich manchmal nicht als extreme Intelligenzbestie rüber, aber dumm bin ich sicher nicht. Ja, ich wusste das was das hieß und ich wollte sofort eine Antwort auf die Frage, ob meine Theorie wahr war. Ich war zwar Allergisch gegen Spoiler, aber eine Sache war stärker; meine Ungeduld. Ich bin ein furchtbar ungeduldiger, neugieriger Mensch. Und das hat gesiegt.

Also habe ich eine gute Bloggerfreundin angeschrieben und gefragt (winke winke an Hanns-Jürgen-Peter Schniedelwutz! Ja, sie ist wirklich so im Handy eingespeichert); und meine Befriedigung die Antwort auf meine Therorie zu erfahren war mir im Moment sehr viel wichtiger, als erst 300 Seitenzu lesen um es zu erfahren. Auch wenn das hieß gespoilert zu werden.

Tja und so nahm der Rest seinen Lauf. Immer öfter wurde ich gespoilert oder spoilerte mich selbst - extra. Beruhig dich, lieber Leser, Schnappatmungen verkürzen das Leben.

Es gab Zeiten da war ich trotzdem noch Sauer über einen Spoiler, zum Beispiel als mir ein Spoiler für ein Buch auf das ich richtig Bock hatte, einfach ins Auge gedrückt wurde und verriet, das am Ende eines bestimmten Buches die Protagonistin und andere wichtige Charakter einfach starben. Einfach so.

Yay.

Ich war richtig mies drauf und schmiss das Buch erstmal wieder ans Ende meiner Wunschliste, weil ich erstmal keine Lust mehr darauf hatte. Weil mir das Ende, was viele so fassungslos zurückließen, einfach ohne Warnung gespoilert wurde.

Aber wisst ihr was? Einen Monat später hatte ich plötzlich extreme Lust auf das Buch, sodass ich es kaufte und direkt las. Weil ich wissen wollte wie alles dazu führte, was am Ende passieren würde und so weiter. Dieser Spoiler hatte mir im Prinzip die Leselust versaut, dafür aber eine sehr viel größere Lust auf das Buch geschaffen, weil ich wissen wollte wie genau es dazu kommen würde was mir verraten wurde.

Heute kam ich zu einer neuen Etappe der Spoilerliebe; ich ließ mich spoilern, für das Buch, das ich grade lese. Das Buch ist ziemlich im Hype (seit längerer Zeit) sodass ich richtig Lust hatte es zu lesen aber es zieht sich nur und seit einer Woche lege ich es nach guten paar Seiten immer wieder weg. Ich habe grade eben erst eine Rezension zu dem Buch gelesen, da ich nicht mehr so große Spoilerangst vor Rezensionen habe, wir noch vor ein paar Jahren und unten war ein Spoiler gekennzeichnet. Es hätte alles sein können. Er hätte Tode, Beziehungen, Intrigen, das Ende verraten können - und ich las ihn einfach so, ohne eine Gefühlsregung.

Und jetzt? Jetzt habe ich wieder sowas von dermaßen Bock auf dieses Buch, ich weiß gar nicht wie ich es schaffe noch eine Stunde lang diesen Post zu tippen statt drauflos zu lesen! Ja, es wurde etwas über eine Beziehung verraten die ich so noch Null im Sinn hatte, aber ich habe jetzt sowas von Lust zu erfahren wie genau es dazu kommen wird, das ich mich direkt nach diesem Post an das Buch setzen und weiterlesen werde. Ich habe wieder richtig Lust das Buch zu lesen, was vorher nicht so war.

Sind also alle Spoiler schlecht? Ja, wahrscheinlich schon, haha. Spoiler sind immer noch scheiße, aber sie sind nicht nur scheiße. Man kann sich durch sie alles versauen lassen, man kann sich aber auch von ihnen begeistern lassen und dann umso gespannter sein.

Wie seht ihr das Thema Spoiler und wie reagiert ihr auf sie?

Kommentare:

  1. Ööööhm, mir wurden zwar irgendwie alle Chats vor einem bestimmten Datum gelöscht, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich dieses Gespräch über Allegiant mit dir geführt habe xD. Ich weiß nämlich noch, dass du mir erzählt hast, dass du das erraten hast, weil die Rezensionen alle so offensichtlich waren ^^. Jetzt sag bitte nicht, ich heiße in deinem Handy so xD.

    Übrigens: DANKE! Danke dafür, dass mich endlich mal jemand versteht! Ich hasse Spoiler, die ungefragt kommen, auch total, aber manchmal WILL ich etwas wissen, weil ich es schon ahne und es sonst nicht aushalte. Und manchmal auch, um zu entscheiden, ob ich überhaupt Lust habe weiterzulesen. Und wenn ich mich dann spoilern lasse, halten mich alle für verrückt ...

    Und mir geht es dann auch so, dass ich dann meist trotzdem weiterlesen will, weil ich ja wissen will, wie es dazu kommt. Eine einzige Sache (zB die Frage ob jemand stirbt) ist ja schließlich nicht das ganze Buch und es würde nicht gerade für das Buch sprechen, wenn damit schon alles erzählt wäre.

    Also ja, ich finde Spoiler zum Teil auch nützlich. Aber ich will entscheiden, wann ich gespoilert werde, und hasse es deswegen immer noch, wenn es jemand ungefragt tut.

    Liebe Grüße ^^
    Charles

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  2. Hi^^

    Ich bin meist in der "Ok, ich wurde gerade gespoilert" Gruppe, da ich mich meist auch selbst spoilere. Besonders zu Serien könnte ich mich in die jeweiligen Wikis vergraben und muss mich regelrecht rausziehen XD
    Gibt zwar mal Aussnahmen, wie dieses Jahr Monk oder DBZ, aber die meiste Zeit stört es mich nicht, auch bei Büchern. Wenn doch, dann sage ich es. Aber extra Twitter und Co deswegen meiden tue ich jetzt auch nicht. So wurde ich z.B. zu Yuri on Ice gespoilert, aber genau diese waren einer der Gründe, weshalb ich dem Anime doch mal ne Chance gegeben habe. Denke, bei Büchern würde es mir da gleich gehen.

    Lg,
    Kira

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  3. Huhu ♥
    Ich bin auf der Pro-Spoiler - Seite. Allerdings ist das natürlich nicht immder der Fall. Wenn mich ein Buch sehr interessiert, lass ich mich natürlich nicht Spoilern.
    Ein gutes Beispiel wäre:
    Ich habe Staffel 4 der Serie "Arrow" angefangen. Nach zwei Folgen hat es mich sehr genervt. Dann habe ich mein Freund gefragt ob er mir erzählt wie es weiter geht, ob es besser wird. Als er mir dann erzählt was alles passiert wusste ich "Oke das ist absolute Zeitverschwendung".

    Dann gabs da mal ein Bild auf Tumblr
    "Auf Seite XX stirbt Charakter XX im Buch XX" WAS???? Warum tut man das? Es war ein Buch das mich sehr interessiert hat und ich gerade angefangen habe. Aber wieso erstellt man so ein Bild? Vor allem bin ich durch Zufall drüber gestolpert. Das hat mir auf jeden Fall das Buch ruiniert.

    Liebste Grüße ♥

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  4. Liebe Ines,

    du bringst es auf den Punkt. Das unterschreibe ich einfach mal so und verabschiede mich hiermit auch schon wieder xD

    Einen schönen Abend noch ♥

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  5. Ich finde du hast völlig Recht damit, dass Spoiler auch gut sein können. Aber eben wirklich nur dann, wenn man sie freiwillig liest oder erzählt bekommt. Wenn man fragt ist das natürlich völlig okay und kann, wie du schon sagst, auch dabei helfen, die Spannung zu erhöhen, aber ungewollte Spoiler sind einfach kacke und da wird glaube ich auch niemand widersprechen :D

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  6. Huhu!

    Mir ging es so, dass ich den dritten Band von "Die Bestimmung" dann tatsächlich nie gelesen habe, weil ich dank Spoiler ja eh weiß, wie es ausgeht...

    Freiwillig spoilern lasse ich mich meist dann, wenn mich eine Reihe nicht mehr genug überzeugt, um Lust darauf zu haben, weiterzulesen, aber doch wissen möchte, wie es ausgeht.

    Ich habe deinen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt!

    LG,
    Mikka

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